Musikdrucke des 18. Jahrhunderts in der Sammlung des N. A. Rimskij-Korsakov Staatlichen Konservatoriums St. Petersburg: Katalog

Projektbeschreibung

In Russland gibt es viele interessante und bedeutende Notensammlungen. Eine der größte befindet sich im N. A. Rimskij-Korsakov Staatlichen Konservatorium St.Petersburg, wo die Ausgaben des 15.-21. Jahrhunderts liegen. Zum Beispiel, seltene für Notenverlagswesen Exemplare, die Gesamtausgaben der Werke der russischen und europäischen Komponisten, verschiedene Arte der Notenproduktion (Werke für einzelnen Instrumenten, zahlreiche Ensemble, Klavierauszüge, Orchester- und Opernpartituren, Orchesterstimmen, Sammelbände), pädagogische Musikliteratur usw. Innerhalb der fast anderthalbhundertjährigen Existenz dieser Bibliothek wurden einige private Sammlungen geschenkt oder gekauft. Deshalb kann man dort mehrere wertvolle Gegenstände sehen und fast immer etwas Neues finden, weil bis heute diese Schätze noch nicht erforschten.

Die besondere Abteilung dieser Sammlung werden die alten gedruckten Ausgaben gebildet. Einige unter ihnen blieben in der Welt oder im Europa nur in der Konservatoriumsbibliothek. Die Noten aus dem 18. Jahrhundert sind ihr ausge-dehnte und interessanteste Bestandteil. Hier werden die Ausgaben aus England, Frankreich, Holland, Deutschland, Österreich, Russland, Italien, und Dänemark, die in den berühmten Musikverlagshäusern (Breitkopf, Simrock, J. J. Hummel, Chr. Ballard, J. Walsh, Artaria, Fr. Hoffmeister, Sieber, Naderman, Boyer, Gerstenberg & Dittmar u. a.) gedruckt wurden, aufbewahrt.

Der vorgeschlagene Katalog hat folgende Struktur. Von Anfang an geht ein kleines Vorwort mit der Erklärung seiner Zwecke und Aufgaben und mit der Liste der gebrauchten Fachliteratur. Danach folgt man eigentlich den Katalog und den Register, der aus zwei Teilen (Liste der Notendrucker und Musikalienhändler, derer Produktion hier vorgestellt wird; erwähnte Namen der Komponisten und Exemplarsinhaber) besteht. In diesem Katalog befinden sich 826 Beschreibungen der Noten - nicht nur der einzelnen Exemplare, als auch der anonymen Werke, der Sammelbände, der Anlagen in den Büchern und der Periodika.

Bei der Beschreibung wurden folgende Prinzipe, bei deren Bildung die Erfahrung der anderen ähnlichen wissenschaftlichen Kataloge berücksichtigt wurde, angenommen. Innerhalb jeder Abteilung liegen die Ausgaben nach ABC der Komponisten (innerhalb eines Autors nach dem Alphabet der Titelblätter) oder der Namen der Sammelbände. In den Klammern gibt es die Lebensdaten der Komponisten, falls sie bekant sind. Die Namen der Werke stellen laut der grammatikalischen Normen damaliger Zeit vor. Die verlorene Information für die Beschreibung der Titelblätter wurde von den ähnlichen Ausgaben oder aus der Fachliteratur gebracht. Dann folgt man solche Angaben - Verlagsort, Verleger, Datum, Seitenanzahl, Information über die Illustrationen oder Tabellen, Größe der Ausgabe, Nummer der Verlagsplatte und Inventärnummer.

Zu jeder Ausgabe wurden die speziellen Bemerkungen gegeben, damit der Leser ausführliche Information über jedes Exemplar dieser Sammlung bekommen könnte. Hier teilt man den Inhalt des Sammelbandes, Eingangsquelle in der Bibliothek, Stempel und Aufkleben, Teil des Einbandes (wenn das Exemplar bei dem Einband aus verschiedenen Ausgaben bestand wird), Grund zur Datierung der Ausgabe, Beschreibung der ähnlichen Exemplare aus der Bibliothekssammlung, Charakteristik der Illustration, Signatur, Anlage, handschriftliche Aufschreiben, Autographe der Komponisten oder Exemplarsinhaber, Defekte usw. mit.

Dieser Katalog hat eine große Bedeutung in der Quellenmusikwissenschaft. Er ist der erste wissenschaftliche Katalog der Sammlung des N. A. Rimskij-Korsakov Staatlichen Konservatoriums St. Petersburg. In diesem Katalog kann man ein breites Panorama des Notenverlagswesens damaliger Zeit mit den typischen Arten der Produktion betrachten. Außer den Ausgaben, die beim Leben der bedeutenden Komponisten Europas (Albrechtsberger, C. F. E. Bach, Beethoven, Boccherini, Bortnjanskij, Chandochkin, Cherubini, Cimarosa, Dalayrac, Gluck, Gretry, Gyrowetz, Händel, J. Haydn, W. A. Mozart, Paesiello, Pleyel, Salieri, Vivaldi, Wanhall, Winter, Wranizky u.a.) veröffentlicht wurden, befinden sich hier viele Werke der Komponisten des so genannten mittleren Niveaus und der Komponisten-Liebhaber. Deswegen wird ganz neues Bild des musikalischen Europas des 18. Jahrhunderts gebildet, wo im Ganzen die so genannte «Umgangsmusik» (H. Besseler) herrscht. Beim Studium dieser Epoche soll man aber unbedingt diese Produktion in Betracht nehmen, um volle Vorstellung über die musikalischen Prozesse zu haben. Solche Information gebraucht man in den neuesten musikwissenschaftlichen Forschungen, die der Musik dieses Jahrhunderts gewidmet haben.

Außerdem bekommen die Forscher in diesem Katalog die ausführlichen Angaben über bekannte russische Bibliothek. Während des Sammlungsstudiums wurden hier auch die einige Noten, die als Verlorene in den verschiedenen Lexikonen und Artikeln gegoltenen wurden, gefunden. Zum Beispiel, die Quatuors, op.2, von J. K. Schlick, die Lieder von C. Pozzi u.a. In der modernen Situation heutigen Informationsaustauschs sieht man dieser Katalog sehr interessant, weil es leider weiße Lücken in der Kenntnis über die musikalischen Sammlungen Russlands gibt. Dazu waren in der Vergangenheit die politischen Grunde, heutzutage - technische Schwierigkeiten, in die weltliche Bibliotheksdatenbank einzutreten. Mit diesem Katalog haben die Wissenschaftler eine Möglichkeit, die Frage über das St.Petersburger Konservatorium schon zu schließen. Man soll bemerken, dass diese Dateien in der RISM-Enzyklopädie fast völlig fehlen (für den Bd. 14 gab der Projektsautor einige Information). Früher wurden nur die einzelne über die russischen Noten vom Projektverfasser in der russischen Sprache im Sammelband Probleme der Musikquellenkunden und Musikbibliographie (Russische musikalische Drucke des 18. - ersten Viertels des 19. Jahrhunderts in der Sammlung der wissenschaftlichen Musikbibliothek des N. A. Rimskij-Korsakov Staatlichen Konservatoriums St. Petersburg: Katalog. SPb., 2001. S. 170-194) veröffentlicht.

Prinzipiell bedeutend ist, dass fast alle Ausgaben mit der Hilfe der Fachliteratur datiert wurden. Bei den wissenschaftlichen und bibliographischen Beschreibungen bleibt man bis heute noch eine wesentliche Frage - wann das musikalische Werk veröffentlicht und bekannt für die Musikliebhaber und die Berufsmusiker wurde. Während des 18. Jahrhunderts wurden die Veröffentlichungsdaten auf den Noten nicht immer (besonders in der zweiten Hälfte) gestellt. In diesem Katalog gebraucht man für diesen Zweck die Angaben aus den anderen wissenschaftlichen Katalogen, aus der europäischen Fachliteratur und die Information über die Veröf-fentlichungen der Musikalien aus den Periodika damaliger Zeit.

Das wichtige Teil der Beschreibungen sind die Stempel und verschiedene handschriftliche Aufschreiben, die eine Vorstellung über den Inhaber des Exemplars geben und zeigen, wo diese Noten verkauft werden könnten. Demselben teilte man die bedeutende Information über die Verbreitungswege der Noten im 18. Jahrhundert mit. Auf Grund dieser Angaben erkennen die Forscher, in welchen sozialen Schichten diese Ausgaben funktioniert wurden, was für eine Musik dort populär war.

In diesem Katalog kann man viel Wichtiges und Interessantes für die verschiedenen wissenschaftlichen Richtungen finden.

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